ACHIEVE-Konsortium erhält Förderung aus dem SWEET-Programm

Bestimmte Treibhausgasemissionen sind schwer vermeidbar, insbesondere im Industrie- und Agrarsektor. Wie soll die Schweiz mit diesen Emissionen auf dem Weg zu Netto-Null umgehen? Das ACHIEVE-Konsortium wird mögliche Ansätze analysieren und eine Entscheidungsgrundlage erarbeiten.
Neun Forschungseinrichtungen und fünf Partner aus der Privatwirtschaft arbeiten mit Akteuren aus Industrie, Verbänden und öffentlicher Verwaltung an Fragen wie, wie Biomasse nachhaltig in Kaskaden genutzt werden kann, wie Emissionen in der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsystem reduziert werden können und welche Kreislaufwirtschaftsansätze zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen können. Die Forschenden werden mit Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Industrie zusammenarbeiten, um spezifische Netto-Null-Pfade mit Empfehlungen für politische Rahmenbedingungen zu entwickeln. Sie sollen das Potenzial für CO2 Entnahme aus der Atmosphäre in der Schweiz und wo CO2 an der Emissionsquelle abgeschieden und anschliessend dauerhaft in Produkten oder geologischen Speichern gelagert werden kann (Carbon Capture, Utilization and Storage, CCUS). Konkrete Umsetzungsprojekte sind ebenfalls geplant, zum Beispiel für CO2 Injektion in den Schweizer Untergrund. „Mit ACHIEVE bündeln wir die Stärken führender Forschungseinrichtungen und Partner aus der Privatwirtschaft, um konkrete Wege zu einer klimaneutralen Schweiz aufzuzeigen“, sagt Nathalie Casas, Mitglied der Empa-Direktion und Leiterin des Departements Energie, Mobilität und Umwelt, die das Projekt koordiniert. „Gemeinsam entwickeln wir wissenschaftlich fundierte Lösungen, die in Politik und Industrie schnellstmöglich Wirkung entfalten können.“
ACHIEVE: 14 Partner aus der ganzen Schweiz

Beton könnte erhebliche Mengen CO₂ speichern, wenn herkömmliche Zuschlagstoffe durch Pellets aus Biokohle ersetzt würden. Bild: Empa
Die Ausschreibung „Addressing Hard-To-Abate Emissions to Reach the Net-Zero Target of Switzerland“ wurde gemeinsam vom Bundesamt für Energie (BFE) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) lanciert. Das Konsortium wurde in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt. Der Gewinner, das ACHIEVE-Konsortium, wird von der Empa als Host-Institution geleitet; seine Partner sind drei weitere Institutionen des ETH-Bereichs – die ETH Zürich, das Paul Scherrer Institut (PSI) und die WSL – sowie die Universität Genf, die Haute Ecole d'Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud (HEIG-VD), die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI), die Universität Bern, die Universität Neuenburg, CLB Switzerland, die Stiftung Risiko-Dialog, INFRAS, TBF+Partner und Storra Dynamics GmbH. Das Gesamtbudget für das Projekt beträgt 30,6 Millionen CHF, wovon 19,6 Millionen CHF durch das SWEET-Programm finanziert werden. ACHIEVE startet Ende 2025 und ist auf sechs Jahre ausgelegt.
Das SWEET-Förderprogramm (Swiss Energy Research for the Energy Transition)
Das SWEET-Programm veröffentlicht fortlaufend Ausschreibungen für Konsortialprojekte. Es werden nur Konsortialprojekte gefördert, die zentrale Forschungsthemen der Energiestrategie 2050 und der langfristigen Klimastrategie der Schweiz umfassend behandeln. SWEET konzentriert sich auf lösungsorientierte Forschung und die Demonstration der erzielten Ergebnisse. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat die Federführung für das SWEET-Programm.

